Stress – wenn Anspannung zum Dauerzustand wird
Stress gehört zu unserem Leben. Eine wichtige Aufgabe, eine Prüfung oder eine herausfordernde Situation können dafür sorgen, dass Du kurzfristig besonders aufmerksam und leistungsfähig bist. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Schwierig wird es, wenn aus der kurzfristigen Anspannung ein dauerhafter Zustand wird. Wenn Du selbst dann nicht mehr richtig zur Ruhe kommst, wenn eigentlich gar nichts passiert.
Was passiert bei Stress?
Wenn Du Stress erlebst, reagiert Dein Körper. Du wirst wacher. Deine Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf das, was gerade wichtig oder möglicherweise gefährlich ist.Für kurze Zeit kann das hilfreich sein.Dein Körper ist darauf vorbereitet, zu reagieren. Problematisch kann es werden, wenn dieser Zustand immer wieder auftritt oder dauerhaft bestehen bleibt.
Wenn Du nicht mehr abschalten kannst
Vielleicht bist Du körperlich zu Hause, aber gedanklich noch bei der Arbeit. Du gehst Situationen immer wieder durch.Du überlegst, was Du morgen erledigen musst. Du denkst über Gespräche nach. Du planst bereits den nächsten Tag. Selbst in Momenten, in denen Du eigentlich Ruhe hast, bleibt Dein Kopf aktiv. Vielleicht kennst Du genau dieses Gefühl: „Ich bin müde, aber ich kann trotzdem nicht abschalten.“
Dauerhafter Stress kann sich unterschiedlich zeigen
Jeder Mensch reagiert anders auf anhaltende Belastung. Mögliche Anzeichen können sein:
- innere Unruhe,
- Anspannung,
- Gereiztheit,
- Konzentrationsprobleme,
- Schlafprobleme,
- Erschöpfung,
- ständiges Gedankenkreisen,
- das Gefühl, nicht mehr richtig abschalten zu können.
Wenn Beschwerden neu auftreten, stark sind oder über längere Zeit anhalten, solltest Du sie ärztlich abklären lassen.
Warum machst Du trotzdem weiter?
Vielleicht weißt Du längst, dass Du weniger machen solltest. Du weißt, dass Du Pausen brauchst. Du weißt, dass Du Dich nicht um alles kümmern kannst. Und trotzdem machst Du weiter. Warum? Vielleicht weil Du Dich verantwortlich fühlst. Vielleicht weil Du Angst hast, Erwartungen nicht zu erfüllen. Vielleicht weil Du Dich über Deine Leistung definierst. Oder weil Du es gar nicht mehr gewohnt bist, auf Deine eigenen Grenzen zu achten. Dann reicht es häufig nicht, Dir einfach vorzunehmen, weniger Stress zu haben.
Stress und innere Muster
Stress entsteht nicht nur durch äußere Anforderungen. Auch die Art und Weise, wie Du mit diesen Anforderungen umgehst, spielt eine Rolle. Zwei Menschen können in derselben Situation völlig unterschiedlich reagieren. Der eine kann eine Aufgabe abgeben. Der andere übernimmt zusätzlich noch die Verantwortung für alles, was möglicherweise schiefgehen könnte. Der eine kann nach Feierabend abschalten. Der andere nimmt die Arbeit gedanklich mit nach Hause. Deshalb kann es sinnvoll sein, auch die eigenen inneren Muster zu betrachten.
Was kann Dir dabei helfen?
Der erste Schritt kann sein, überhaupt wahrzunehmen, was gerade passiert. Was setzt Dich unter Druck? Welche Erwartungen hast Du an Dich selbst? Wo fällt es Dir schwer, Grenzen zu setzen? Und was würde sich verändern, wenn Du nicht mehr ständig funktionieren müsstest? In meiner Arbeit geht es darum, diese Zusammenhänge gemeinsam zu betrachten. Dabei kann es darum gehen, alte Muster zu verstehen, eigene Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und neue Möglichkeiten im Umgang mit belastenden Situationen zu entwickeln.
Wieder mehr Ruhe finden
Stress lässt sich nicht vollständig aus unserem Leben entfernen. Das muss auch nicht das Ziel sein. Es geht vielmehr darum, dass Belastung nicht dauerhaft Dein Leben bestimmt. Du darfst leistungsfähig sein. Du darfst Verantwortung übernehmen. Aber Du darfst genauso lernen, Deine eigenen Grenzen wahrzunehmen. Wenn Du merkst, dass Du schon seit längerer Zeit unter ständigem Stress stehst und nicht mehr richtig zur Ruhe kommst, können wir gemeinsam schauen, was dahinterliegt und welche Form der Unterstützung für Dich sinnvoll sein kann.
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