Körperliche Symptome bei Angst

Wenn dein Körper Alarm schlägt

Angst beginnt nicht immer mit einem Gedanken. Manchmal bemerkst du zuerst deinen Körper. Dein Herz schlägt plötzlich schneller. Du bekommst einen Druck im Brustbereich. Dir wird schwindelig. Deine Hände beginnen zu zittern. Du schwitzt. Oder du hast das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen. Und dann kommt der Gedanke: „Was passiert gerade mit mir?“ Gerade diese Frage kann die Angst noch verstärken.

Warum reagiert der Körper bei Angst?

Angst aktiviert dein körpereigenes Alarmsystem. Dein Körper bereitet sich darauf vor, schnell reagieren zu können. Dabei können verschiedene körperliche Veränderungen auftreten. Unter anderem können sich Herzschlag, Atmung, Muskelspannung und Aufmerksamkeit verändern. Diese Reaktionen sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Sie können allerdings sehr unangenehm und beängstigend sein.

Häufige körperliche Symptome

Angst kann sich unter anderem zeigen durch:

  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Schwindel
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Muskelverspannungen
  • Druck- oder Engegefühl
  • veränderte Atmung
  • Kribbeln
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • innere Unruhe
  • Hitze- oder Kältegefühle

Nicht jeder Mensch erlebt dieselben Symptome. Und nicht jedes körperliche Symptom bedeutet automatisch, dass Angst die Ursache ist.

Warum körperliche Symptome wiederum Angst machen können

Hier entsteht häufig ein Kreislauf. Du bemerkst beispielsweise dein Herz. Es schlägt schneller als gewöhnlich. Du denkst: „Irgendetwas stimmt nicht.“ Dadurch steigt deine Angst. Die Angst aktiviert deinen Körper weiter. Dein Herz schlägt noch schneller. Und du denkst: „Jetzt wird es noch schlimmer.“ So kann sich die Angst innerhalb kurzer Zeit verstärken.

Wenn du deinen Körper ständig kontrollierst

Nach einer starken Angsterfahrung kann es passieren, dass du deinen Körper besonders genau beobachtest. Du fühlst deinen Puls. Du kontrollierst deine Atmung. Du achtest auf Schwindel. Du fragst dich, ob dein Herz normal schlägt. Das Problem dabei: Je stärker du dich auf deinen Körper konzentrierst, desto mehr kleine Veränderungen nimmst du wahr. Und normale körperliche Schwankungen können plötzlich bedrohlich wirken.

Körperliche Symptome sind nicht automatisch psychisch

Das ist mir wichtig. Nicht jedes Herzrasen, jeder Schwindel oder jede Atemnot ist automatisch eine Folge von Angst. Körperliche Beschwerden können viele unterschiedliche Ursachen haben. Wenn Beschwerden neu, ungewöhnlich, stark oder ungeklärt sind, sollte medizinisch abgeklärt werden, was dahintersteckt. Eine psychotherapeutische oder hypnotherapeutische Begleitung ersetzt keine notwendige medizinische Untersuchung.

Wenn aus einem Symptom eine Panikattacke wird

Eine körperliche Wahrnehmung kann der Anfang einer Panikreaktion sein. Du bemerkst etwas. Du interpretierst es als gefährlich. Deine Angst steigt. Dein Körper reagiert stärker. Du nimmst noch mehr Symptome wahr. Und daraus entsteht noch mehr Angst. Diesen Kreislauf genauer zu verstehen, kann hilfreich sein.Mehr dazu findest du auf Panikattacken und Angst und Panik verstehen.

Was kannst du tun?

Der erste Schritt kann sein, die eigenen körperlichen Reaktionen nicht sofort als Katastrophe zu bewerten. Das bedeutet nicht, Beschwerden einfach zu ignorieren. Es bedeutet, zwischen einer tatsächlichen medizinischen Gefahr und einer möglichen Angstreaktion unterscheiden zu lernen. Wenn Du deine typischen Muster kennst, kannst du möglicherweise früher erkennen, was gerade passiert.

Körperliche Symptome und Hypnose

Wenn körperliche Angstreaktionen immer wieder mit bestimmten emotionalen Mustern verbunden sind, kann Hypnose einen möglichen therapeutischen Zugang darstellen. Dabei geht es nicht darum, körperliche Beschwerden einfach wegzuhypnotisieren.Vielmehr kann die Aufmerksamkeit auf die Verbindung zwischen Wahrnehmung, Gedanken, Gefühlen und automatischen Reaktionen gelenkt werden. Mehr darüber findest du auf Hypnose gegen Angst und Panik.

Wenn dein Körper dir ständig Angst macht

Vielleicht bist du inzwischen so aufmerksam auf deinen Körper, dass du kaum noch entspannen kannst. Dann musst du nicht versuchen, dich einfach zusammenzureißen. Es kann sinnvoll sein, den gesamten Kreislauf einmal von außen zu betrachten.

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