Innere Leere – wenn Du Dich innerlich leer fühlst
Vielleicht ist in Deinem Leben eigentlich alles da. Du hast einen Beruf, Familie, Freunde oder eine Partnerschaft. Vielleicht hast Du vieles erreicht, für das Du früher einmal dankbar warst. Und trotzdem fühlst Du Dich innerlich leer. Du kannst dieses Gefühl vielleicht gar nicht richtig erklären. Es ist nicht unbedingt Traurigkeit. Es ist eher das Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht fragst Du Dich:
„Warum fühle ich mich so, obwohl eigentlich alles in Ordnung ist?“
Was bedeutet innere Leere?
Innere Leere ist kein klar definierter medizinischer Begriff. Menschen beschreiben damit häufig einen Zustand, in dem sie sich emotional abgeschnitten, leer oder innerlich unverbunden fühlen. Vielleicht fehlt Dir Freude. Vielleicht berühren Dich Dinge nicht mehr so wie früher. Vielleicht hast Du das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Nach außen kann dabei sogar alles völlig normal aussehen.
Wenn Du nur noch funktionierst
Manchmal entsteht innere Leere schleichend. Du erledigst Deine Aufgaben. Du kümmerst Dich um andere. Du gehst zur Arbeit. Du funktionierst. Aber Du selbst kommst dabei immer weniger vor. Vielleicht hast Du über lange Zeit Deine eigenen Bedürfnisse zurückgestellt. Vielleicht hast Du gelernt, stark zu sein und weiterzumachen, auch wenn es Dir eigentlich nicht gut geht. Irgendwann kann daraus das Gefühl entstehen, den Kontakt zu Dir selbst verloren zu haben.
Woher kann innere Leere kommen?
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Innere Leere kann beispielsweise im Zusammenhang mit
- anhaltender Überforderung,
- emotionaler Erschöpfung,
- belastenden Lebenssituationen,
- ungelösten Konflikten,
- fehlender Orientierung,
- starken Selbstzweifeln,
- Beziehungserfahrungen
- oder einer depressiven Entwicklung
auftreten. Deshalb gibt es auch nicht die eine Erklärung für innere Leere. dsEntscheidend ist, was hinter Deinem persönlichen Erleben steht.
Innere Leere und Depression
Innere Leere kann auch bei einer Depression auftreten. Wenn Du über längere Zeit wenig Freude empfindest, Dich zurückziehst, erschöpft bist, keinen Antrieb mehr hast oder Dich hoffnungslos fühlst, solltest Du Deine Beschwerden ernst nehmen und professionelle Unterstützung suchen. Eine innere Leere bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Du depressiv bist. Gerade deshalb ist es wichtig, genauer hinzuschauen.
Was liegt unter der inneren Leere?
In meiner Arbeit interessiert mich nicht nur das Gefühl der Leere. Wir schauen gemeinsam darauf, was sich dahinter zeigen kann. Welche Bedürfnisse sind vielleicht über längere Zeit zu kurz gekommen? Welche Erwartungen bestimmen Dein Leben? Was hast Du gelernt, von Dir selbst zu verlangen? Welche Gefühle hast Du vielleicht lange zurückgestellt? Und wo hast Du möglicherweise aufgehört, auf Dich selbst zu hören? Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell eine Ursache zu finden. Es geht darum, Dich selbst und Dein Erleben besser zu verstehen.
Wieder mehr Verbindung zu Dir selbst
Veränderung beginnt häufig damit, dass Du wieder wahrnimmst, was in Dir passiert. Vielleicht bemerkst Du Bedürfnisse, die Du lange ignoriert hast. Vielleicht erkennst Du ein altes Muster. Vielleicht wird Dir klarer, was Du in Deinem Leben verändern möchtest. Und vielleicht entsteht daraus wieder mehr Verbindung zu Dir selbst.
Du musst nicht erst völlig zusammenbrechen, bevor Du Dir Unterstützung erlaubst. Wenn Du Dich seit längerer Zeit innerlich leer fühlst und etwas daran verändern möchtest, können wir gemeinsam schauen, was hinter diesem Gefühl steht und welche Form der Begleitung für Dich sinnvoll sein kann.